Ich nehme mich an

So viele erschütternde Dinge sind dieses Jahr passiert, dass ich manchmal das Gefühl habe, ich brauche Jahre, um mich zu erholen.

 

Mir ist nach Verkriechen an manchen Tagen, danach, meinen Kopf in den Waldboden zu graben, Erde zu riechen, meine Finger über Moos streichen zu lassen, meinen Körper darauf zu legen. Liegen zu bleiben. Lange.

 

So sehr ich mich nach Ruhe sehne, im Sehnen wird das Verlangen danach übermächtig. Im Sehnen finde ich sie nicht, die Ruhe. Sie scheint so weit weg, sie ist immer da, wo ich nicht bin. Ich laufe durch die ganze hibbelige Stadt, um ein mindfulness-Magazin zu kaufen. Und ich weiß, es ist absurd... Und dann: nehme ich es an.

 

Nehme an, wie verwirrt ich an der Oberfläche sein kann. Wieso sollte es anders sein? Wer sagt mir, wie ich sein muss, um gut zu sein wie ich bin? . . .

 

. . . und die Spannung . . . lässt nach . . .

 

Ich bin richtig so wie ich bin. Richtig, wenn ich unruhig bin. Richtig, wenn ich aufgewühlt bin.

 

Richtig traurig!

 

Richtig zornig!

 

Was für spannende Gefühle ich da beobachte!

 

Richtig mit jedem Ziepen im Körper – das muss nicht weggemacht werden. Das darf da sein.

 

Lass mich mal f-ü-h-l-e-n.

 

Richtig – mit der Spannung im Kopf, dem Druck im Nacken. Richtig, wenn ich mich schwer fühle, und sowas von richtig, wenn dann plötzlich alles wieder leicht und warm und weit wird. Weil ich mich selbst sein lasse. . . R A U M

 

Einfach richtig schön.

 

Ich bin immer richtig, so einfach ist es, nichts ungewohnter als das.

 

Ich. Nehme. Mich. An.

 

 

PS: gegen Verkriechen im Wald spricht dennoch nix, das werde ich auf jeden Fall machen und mit allen Sinnen - bald - genießen!

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Kommentare: 1
  • #1

    Ursula (Sonntag, 27 September 2020 13:00)

    Schön!
    Danke fürs Teilen!
    Und danke, dass du diesen Raum mit deinem Licht erfüllst!!